10. Sitzung AG Radverkehr

Protokoll AG Radverkehr vom 12.3.2026

Datum:10.02.2026 17:00
Sitzungsleitung: Dietrich Martin
Protokoll: Sascha Brunke

Teilnehmer: 14

Anwesenheit (alphabetisch, teils nicht die gesamte Sitzung):

Sascha Brunke

Bastian Harendt

Peter Stein

Michaela Daffner

Thomas Hennig

Andrea Uecker

Sven Drechsler

Lutz Jacob

Thomas Wedekind

Sandro Dressler

Dominik Jänert-Schiefer

Ulrike Zimmermann

Sebastian Fachet

Dietrich Martin

 

Guido Grune

Andreas Seher

 



Tagesordnung vom 3.3.2026

1. Tagesordnung

2. Protokollkontrolle

3. Bericht aus dem Beirat Mobilität

3.1. Überarbeitete Planung Ziegenhainer Straße

3.2. Zufahrt Solarquartier

4. Bericht aus der AG Fußverkehr

5. Baustellen

5.1. Erneuerung Fahrbahndecke Fürstengraben

5.2. Neubau Straba Zwätzen - Himmelreich

6. Unfälle mit Radfahrern

6.1. Tödlicher Unfall in Winzerla

6.2. Unfall in der Wiesenstraße / Am Steinbach

7. Schlecht ausgeführte Bordabsenkungen bei Baumaßnahmen des Nahverkehrs

8. ÖPNV Haltestelle Burgaupark und Radfahrer

9. Sonstiges

9.1. Radverkehrsplan Maßnahmenlisten

9.2. Westbahnhof Abstellanlagen - aktuelle Planungen



TOP1 Tagesordnung 

(12 Personen anwesend)

Die Tagesordnung wurde einstimmig angenommen

Ja

Nein

Enthaltung

12

0

0



TOP2 Protokollkontrolle

Letzte Ergänzungen des Protokolls der Sitzung vom 10.2. (Kleine Korrektur zu Punkt 7, Frau Zimmermann erläutert auf Rückfrage) werden präsentiert. Das Protokoll wird in dieser ergänzten Version 4 vom 10.3.26 angenommen.

Ja

Nein

Enthaltung

10

0

2



TOP3 Bericht aus dem Beirat Mobilität

(13 Personen anwesend)

D. Martin berichtet aus dem letzten Treffen des Beirats Mobilität am 20. Januar. Die AG Radverkehr hat folgende Themen in den Beirat einbringen können

  • Winterdienst

  • Gleissanierung Paradiesbrücke durch den JNV (vormals Jenah)

Der Maßnahmenkatalog zur Verbesserung des Fußverkehrs wurde an die AG Fußverkehr verwiesen

TOP3.1 Überarbeitete Planung Ziegenhainer Straße

Die aktuelle Planung sieht eine Fahrbahnbreite von 6 m (teils inklusive Parkplätze) und einen Fußweg von 2,5 m Breite (inklusive Baumbepflanzung) vor. Daraus ergibt sich eine faktisch 4 m breite Fahrbahn und die Frage nach der sicheren Begegnung Auto-/Radverkehr. Lösungsvorschläge wurden von der Verwaltung zur Kenntnis genommen. Eine Abstimmung im Beirat Mobilität ergab eine Forderung nach einer Planung ohne Straßenparken (6 von 10 Stimmen) gegen eine Planung mit Parken (4/10). Die Abstimmung zur grundsätzlich neuen Planung ergab 3 Ja-, 4 Nein-Stimmen bei 3 Enthaltungen. Diese Information wird zur Kenntnis genommen.

TOP3.2 Zufahrt Solarquartier

Die Zufahrten zum neuen Solarquartier (nahe Tramhalt Spittelplatz) wurde diskutiert. Die Zufahrt ist über die Saalbahnhofstraße geplant. Hier wird, auch von AG Radverkehrmitgliedern (per Einreichung von Hinweisen) die Sorge geäußert, dass die lokale Belastung der Saalbahnhofstraße und die weiträumigere Belastung durch mehr Verkehr problematisch werden. Alternativvorschlägen (Zufahrt über Am Anger) wurden mit Hinweis auf das Problem des Rückstaus in Hauptverkehrsstraßen begegnet. Allerdings bevorzugt auch der JNV (ehemals jenah) eine Lösung, die die Tramhaltestelle besser berücksichtigt. Die Frage wurde auf die nächste Sitzung des Beirats vertagt.

Die Frage nach der Anzahl der Radabstellplätze wurde in der AG Radverkehr diskutiert.

Forderung: Eine ausreichende Zahl Radabstellplätze nach Stellplatzsatzung soll bei der Planung des Solarquartiers ohne Sonderregelungen sichergestellt werden.



TOP5 Baustellen

(15 Personen anwesend)

TOP5.1 Erneuerung Oberfläche Fürstengraben

Während der Bauarbeiten im Fürstengraben wird keine Querung der Baustelle möglich sein. Frau Zimmermann fragt noch einmal nach, ob die Baustellenlogistik wenigstens kurzfristige Öffnungen ermöglichen kann. Die Umfahrungsmöglichkeiten wurden kurz diskutiert.

Forderung: Die Sperrung soll auch für Radfahrer mitsamt Alternativrouten frühzeitig an passenden Stellen mit Schildern angekündigt werden.



TOP5.2 Neubau Straßenbahnanlage Naumburger Straße nach Himmelreich

Der Ausführungsplan des ersten Abschnitts des grundhaften Ausbaus der Naumburger Straße wurde präsentiert. Offiziell ist ein Schutzstreifen für Radverkehr von 1,50 m Breite vorgesehen, auf Höhe Carl-Orff-Straße für dort hinein links Abbiegende zusätzlich eine Aufstellfläche. Es wird bemängelt:

  • Die 1,50 m Breite wurden inklusive einer 35 cm breiten gepflasterten Rinne gerechnet, die faktische Breite ist damit 1,15 m

  • Diese Rinne muss zum Linksabbiegen über die Aufstellfläche zweimal gequert werden

  • Die Notwendigkeit dieser Rinne ist unklar, weil sie ca. 5 m hinter der Aufstellfläche eh endet

  • Auf der gesamten Länge des Angebotsstreifen Richtung Norden sind ab der Einfahrt Carl Orff Strasse Kanaldeckel in kurzen Abständen geplant

Die Diskussion zeigt eine breite Unzufriedenheit mit dieser Planung, die in einem zu schmalen und unebenen Angebotsstreifen endet. Nach Diskussion und Abstimmung ergaben sich folgende 3 Forderungen.

Forderungen:

  1. Der Schutzstreifen soll von den derzeit 1,15 m auf mindestens 1,40 m nutzbare Breite erweitert werden, indem die Fahrbahnmarkierungen jeweils 25 cm Richtung Fahrbahnmitte verlegt werden (es verbleiben noch 1,50 m zur Gleismitte und Fahrstreifen von 3m Breite).

  2. Die Rinne soll vor der Aufstellfläche beendet werden (hier scheint keine Notwendigkeit).

  3. Die Kanaldeckel sollen nicht in dem Angebotsstreifen sondern in Straßenmitte verbaut werden



Abstimmung zu den Forderungen zu Änderungen zur Planung Himmelreich

Thema

Ja-Stimmen

Nein-Stimmen

Enthaltungen

Forderung 1

14

0

1

Forderung 2

14

0

1

Forderung 3

14

0

1



Die Umleitung des Radverkehrs während der Bauarbeiten war ebenfalls Thema. Mögliche negative Konsequenzen sind
a) die illegale Nutzung des Saaleradwegs durch Autoverkehr (nach Erfahrung unwahrscheinlich, aber möglich)
b) verstärkter Autoverkehr auf der ohnehin problematischen Wiesenstraße.
Für die Wiesenstraße wurde mehrfach der Wunsch einer Reduktion der Maximalgeschwindigkeit von 60 km/h auf höchstens 50 km/h geäußert (keine Radverkehrsanlagen entlang der Wiesenstraße). Die Polizei sieht keine Gefährdung, da es keine Häufung Unfälle im Längsverkehr gäbe; die AG Radverkehr widerspricht und weist darauf hin, dass das sehr wahrscheinlich am Ausweichen auf die Fußverkehrsanlage auf dem Hochboard durch Radfahrer liege, die versuchen der Gefährdung durch enges Überholen durch Kfz und Lkw zu entgehen.

Forderungen

  1. Die Situation im Saaleradweg soll beobachtet werden. Bei Nutzung durch Autoverkehr sollen sofort verstärkt Kontrollen durchgeführt werden

  2. Die Wiesenstraße soll auf höchstens 50 km/h beschränkt werden, mindestens sollen Piktogramme auf der Straße deutlich auf das Nutzungsrecht für Radverkehr hinweisen



TOP6 Unfälle

(16 Personen anwesend)

TOP6.1 Tödlicher Unfall in Winzerla

Der leider tödliche Unfall in Winzerla, bei dem ein Passant von einer Tram erfasst wurde, der ein Rad führte und deswegen häufig als Radfahrer reflektiert wurde, wurde kurz besprochen. Die Diskussion ging um die intrinsische Gefährlichkeit des Tramübergangs am Enver-Şimşek-Platz. Es gibt verschiedene Ansichten über die Einsehbarkeit des Schienenraums um den Übergang, und die Möglichkeit von durch nahende Züge ausgelöste, zusätzlich warnende Lichtzeichen wurde diskutiert.

TOP6.2 Unfall in der Wiesenstraße/Am Steinbach

Bei diesem Unfall wurde ein Radfahrer durch einen Autofahrer beim Abbiegen übersehen und der der Kollision leicht verletzt. Es gab eine kurze Diskussion, ob die Beschilderung an dieser Stelle korrekt ist. Die Formulierungen der Pressemeldung der Polizei wurden außerdem stark kritisiert, da der Fokus wieder einmal nur auf Forderungen an Radfahrer zum Selbstschutz lag und die Tatsache, dass die Radfahrer im Allgemeinen nicht sich selbst, sondern von Kraftfahrern gefährdet werden, ignoriert wurde.

TOP7 Schlecht ausgeführte Bordabsenkungen bei Baumaßnahmen des Nahverkehrs

Bastian Harendt stellte neu überarbeitete Furten mit problematischen Absenkungen vor (Beispiel: Lobeda, Bäckergasse über Stadtrodaer Straße; Jenertal Querung der Stadtrodaer Straße).

Festgestellt Probleme und Verschlechterungen:

  • Oft zu schmal für Radverkehr in zwei Richtungen, Lastenräder oder Anhänger (Breite < 1m)

  • Markierungen der Furten stimmen oft nicht mit der Absenkung überein

  • Absenkungen sind viel steiler und unkomfortabler zu fahren

  • Die Kanten neben den Absenkungen sind oft nicht abgerundet

  • Einige Absenkungen sind schräg zur Fahrtrichtung angelegt worden

Frau Zimmermann erläuterte die Situation und Hintergründe, die diskutiert wurden. Derzeit wird nach einer DIN gebaut, die schmale Absenkungen bedingt (durch vorgegebene Maximalbreite). Die BASt (Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen) hat die Situation untersucht und empfiehlt seit kurzem als Stand der Technik eine Breite der Absenkung von mindestens 2 Metern. Die AG Radverkehr begrüßt diese neue Entwicklung und empfiehlt eine schnelle Umsetzung in Jena (siehe Forderung unten).

Die gefundenen Mängel werden von Frau Zimmermann an die zuständigen Stellen weitergeleitet.

Forderung

Alle Neu- und Umbauten von Furten in der Stadt Jena sollen künftig nach dem Stand der Technik, wie beschrieben von der BASt, erfolgen und damit eine sichere Querung für Fahrräder, Lastenräder und mobilitätseingeschränkte Personen ermöglichen



TOP8 ÖPNV Haltestelle Burgaupark und Wegeführung für Radfahrer

Aus Zeitgründen wurde dieser TOP auf die nächste Sitzung vertagt.



TOP9 Sonstiges

TOP9.1 Radverkehrsplan Maßnahmenlisten

Thomas Wedekind arbeitet weiter an der Umsetzung und berichtet bei der nächsten Sitzung.

TOP9.2 Abstellanlagen Westbahnhof

Frau Zimmermann berichtet, dass eine geplante abschließbare Abstellanlage für Fahrräder (24 überdachte, kostenpflichtige Plätze) am Westbahnhof auf Probleme stößt. Auf dem Gelände der Bahn sieht die DB keine Fläche, die der Konzern nicht möglicherweise anders nutzen möchte, und ein Beschluss des Stadtrats zur Vorhaltung von mindestens 18 Kurzzeitparkplätzen macht eine teilweise Umnutzung des Parkplatzes vor dem Gebäude zur Zeit unmöglich. Eine Lösung wird noch gesucht, die die berechtigten Interessen von Bahnreisenden, Auto- und Radverkehrsteilnehmern ausgleicht, scheint aber unter diesen Umständen mindestens schwierig.